– 29. 05. 2005 – 13:59 Uhr +0200 –
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Ich behaupte, ein neues Medium, sprich eine neue Technik, führt nicht zwangsläufig zu neuen Themen und auch nicht oder noch weniger zu einem künstlerischen Umgang mit demselben.

Inwieweit der Mensch sich in Wechselwirkung zum veränderten Bildbegriff, sofern dieser sich verändert haben sollte, verändert ist ebenfalls zumindest fragwürdig.

Nach meiner vieljährigen Beschäftigung mit den sogenannten »neuen Medien« plädiere ich für einen etwas weniger euphorischen Umgang mit ebendiesen.

Die jeden Tag sich erweiternden Möglichkeiten der Bildgestaltung, die schier endlos anmutenden Effekte der Bildbearbeitungsprogramme, wenn alles gleich aussieht und somit bedeutungslos wird, drängen sicher die Frage nach der künstlerischen Kompetenz neu auf.

Inwieweit unterscheidet sich ein künstlerisches Bild von einem Werbebild, wenn es mit denselben formal-technischen Mitteln hergestellt wird? Kann es sich überhaupt unterscheiden oder ist dies nur über den Rahmen möglich: Hier Werbung aller Art – Dort Kunstausstellung?

Also in welchem Verhältnis, in welchem Beziehungsgeflecht befindet sich etwas, wie ist es mit wem, wann, wo, wie vernetzt?

Also nicht mehr das Ding an sich, oder wenn dieses es zum Menschen wird, nicht mehr der eine Mensch für sich allein, sondern die ganze, alles durchlaufende Einheit; und hierin die Selektion, das Auffinden und Untersuchen der Unterschiede.

Wir, die Menschen sind es, die Bedeutungen erschaffen und dies werden uns, jedenfalls in absehbarer Zeit, die Computer nicht abnehmen können und vielleicht auch nicht sollen.

Der Computer, sprich die digitalen Möglichkeiten, können als Werkzeug nutzbar werden, das nicht vorgibt, einfach nur aus sich heraus künstlerisch zu sein; sowenig das Internet per se demokratische Menschen hervorbringt.

dieMystikerin


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